Neues aus der Autismus Forschung

Gesten unterstützen den Spracherwerb bei autistischen Kindern

Eine aktuelle Studie beschäftigt sich mit dem Spracherwerb autistischer Kinder und den Möglichkeiten, diesen zu unterstützen.

Ausgangslage
Ausgehend von früheren Studien stellten die Forscher die Hypothese auf, dass dynamische Gesten autistischen Kindern (Autism Spectrum Disorder – ASD) beim Lernen von Wörtern mehr helfen als dies bei normal entwickelten Kindern (Typically Developing – TD) der Fall ist.

Untersuchungsdesign
Den Testkindern, sowohl den normal entwickelten im Alter von 2-6 Jahren als auch den autistischen im Alter von 5-8 Jahren, wurde ein Video gezeigt, in dem ein Sprecher zwei neue Objekte zeigte. Bei der Benennung der Objekte hielt er diese entweder statisch oder verwendete synchrone Gesten. Das Eye Tracking System MangoldVision erfasste die Blickdaten der Testkinder. Anschließend wurden die verschiedenen Altersklassen der normal entwickelten Kinder mit den autistischen Kindern verglichen.

Results for three age groups TD children comparing to ASD children

Ergebnisse
Es wird deutlich, dass der Zusatznutzen korrespondierender Gesten am größten ist für die Gruppe der autistischen Kinder (69-98 Monate). Bei den normal entwickelten Kindern profitiert nur die jüngste Altersklasse (24-31 Monate) von den zusätzlichen Stimuli, während dies bei den beiden älteren Altersklassen (32-48 Monate und 49-77 Monate) keinen Unterschied macht.
Bei einer statischen Präsentation der Objekte zeigten die autistischen Kinder ähnliche Ergebnisse wie zweijährige normal entwickelte Kinder, während mit dynamischen Gesten die Ergebnisse denen von 4-6jährigen normal entwickelten Kindern glichen.

Diskussion
Die Studie kommt zu dem Schluss, dass begleitende Gesten für autistische Kinder einen großen Vorteil beim Erlernen von Begriffen und Wörtern bieten. Dies wird darauf zurückgeführt, dass die Bewegung die Aufmerksamkeit der Kinder genau zu der Zeit steigert, wenn sie ein Objekt betrachten und dabei seine Bezeichnung hören. Die Visualisierung unterstützt die Aufmerksamkeit.

Die Studie wurde im Ithaca College Cognition Lab durchgeführt und anlässlich der SRCD in Seattle im April 2013 präsentiert.


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