Welche Kamera soll es sein?

Eye Tracking Studie untersucht Konsumentenverhalten bei Kameras

Digitalkameras gibt es viele. Doch wie orientiert sich der Kunde in dem breiten Angebot? Was beeinflusst letztendlich seine Kaufentscheidung? Eine aktuelle Studie untersucht dies und zeigt, wie das Instrument Eye Tracking eingesetzt werden kann, um Konsumentenverhalten zu erforschen.

Untersuchungsdesign

Forscher der Tatung University in Taipei, Taiwan, wählten fünf digitale Spiegelreflexkameras der marktführenden Hersteller für den Test aus. Dies waren:

Getestet werden sollten Form und Farbe des Produkts, die Preisakzeptanz und verfügbare Funktionen. Dazu wurden die fünf Modelle den Kandidaten am Bildschirm präsentiert.

Die Tests wurden in drei Stufen durchgeführt. Zunächst wurde den Probanden nur das Produktdatenblatt ohne die Preisinformation gezeigt, um den wichtigen Faktor Preis vorerst auszuschließen. Die Probanden sollten sich nur auf das Produkt konzentrieren. Erst in einem zweiten Schritt wurde die Preisinformation einbezogen. Zusätzlich wurde für Aussagen hinsichtlich der bevorzugten Farben die Nikon J1 in fünf serienmäßigen Farben getestet.

Untersuchung der Kaufentscheidung mit Eye Tracking

Für die Blickdatenerfassung der Probanden kam das Eye Tracking System MangoldVision zum Einsatz. Dies zeichnet sich vor allem durch seine einfache Handhabung, seine enorme Leistungsfähigkeit und die Vielfalt der Analysemöglichkeiten aus. 60 Probanden, davon 30 Frauen und 30 Männer, nahmen an dem Test teil.

Die Blickverlaufsdaten wurden mit „Thinking-Aloud“ Protokollen kombiniert, d.h. die Testpersonen wurden während der Tests gefilmt und ihre Kommentare aufgezeichnet. Dies alles zusammen liefert ein umfassendes Bild der gesamten Erfahrung, die der Benutzer während des Tests macht.

Ergebnisse

Die umfangreichen wissenschaftlichen Analysen ergaben, dass unter den fünf Kameras die günstigste Lumix GF3 am besten abschnitt. Die Auswertung der Eye Tracking Tests zeigte, dass die Testpersonen ihre Aufmerksamkeit besonders auf die Linse, den Handgriff, den Shuttle-Knopf und den Blitz richteten.

Produktvergleich bei Kameras

Die Sprachprotokolle ergaben, dass die Probanden vor allem Funktionen wie eine 3D-Unterstützung des Objektivs, eine kontinuierliche Fokussierung bei Videoaufnahmen, einen intelligenten Szenenmodus und eine Unterstützung der manuellen Steuerung hervorhoben. Der Farbpräferenztest der Nikon J1 belegte, dass rote und weiße Gehäusefarben bevorzugt werden, während eine pinke Kamera am wenigsten favorisiert wurde.

Diese Ergebnisse können Herstellern, Designern und Marketingfachleuten als Referenz diesen und Eingang in neue Produktdesigns und –entwicklungen finden.

Die Studie wurde im International Journal of Business Research and Management (Vol. 4, Issue 4, 2013) veröffentlicht.

Download der Studie (PDF) >>>