Wann stimmt die “Chemie” im Coaching?

Publikation zur Coach – Klienten – Beziehung

Es ist eine bekannte Tatsache, dass Coaching effektiv ist. Allerdings ist noch wenig darüber bekannt, welche Prozessvariablen für ein erfolgreiches Coaching entscheidend sind. Freundlichkeit, Offenheit und Empathie sind wichtig, führen jedoch nicht zwangsläufig zu einer tragfähigen und vertrauensvollen Beziehung zwischen Coach und Klienten.

Eine aktuelle Publikation von Prof. Dr. Simone Kauffeld, Patrizia Ianiro und Carsten Schermuly untersucht den Beitrag der Verhaltensdimensionen „Affiliation“ und „Dominanz“ für die Bildung einer positiven Coachingbeziehung und den Coachingerfolg.

Affiliation umfasst die Freundlichkeit der Beziehung, Dominanz ist im Rahmen der Studie im Sinne einer souveränen, selbstbewußten Haltung zu verstehen, die der Klient vom Coach erwartet. Er will durch den Coachingprozess geführt und vom Coach auch gefordert werden. Doch wie dominant sollte der Coach dabei auftreten?

Für die Studie wurden Coaching-Sitzungen per Videoanalyse mit Mangold INTERACT ausgewertet. Die Analyse zeigt, dass sich Coach und Klient hinsichtlich der Affiliationsdimensionen kaum voneinander unterscheiden – beide zeigen sich ähnlich freundlich. Größere Unterschiede gab es im Dominanzverhalten. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass Coachings besonders erfolgreich eingeschätzt werden, wenn Coach und Klient ein ähnliches Dominanzverhalten zeigen. Der Klient möchte zwar geführt werden, ist sich seines eigenen Anteils am Gelingen des Coachings allerdings bewusst und will daher in „Augenhöhe“ mit dem Coach wahrgenommen werden. Dies trägt dazu bei, dass die Beziehung vom Klienten als besonders konstruktiv und erfolgreich wahrgenommen wird.

Hier >>> finden Sie weitere interessante Publikationen.